"Wenn’s dran ist, dann tu es!“

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Praktikum live

Praktikanten kochen Kaffee und kopieren. Das ist ein altes Klischee. Wir fragten Sarah und Achim, die beide ein Jahrespraktikum beim Verein "einer für alle" in Görlitz gemacht haben…

"einer für alle" hat zwei Bedeutungen: Zum einen möchten wir auf den hinweisen, der für die Sünden aller gestorben ist: Jesus Christus. Zum anderen steht der Name dafür, dass wir für alle offen sein möchten - egal, wie alt oder jung sie sind. Dabei ist es uns gleichgültig, ob unser Gegenüber verhaltensauffällig, suchtgefährdet, straffällig oder perspektivlos ist oder einfach "der nette Junge von Nebenan".

Was waren deine Aufgaben?

S: Meine Arbeit war total abwechslungsreich. Hier einige Beispiele: Planung und Durchführung von Jugendtreff, Teenytreff, Sport, Sportturnieren und Freizeiten, Öffentlichkeits- und Büroarbeit und Mitarbeit in der Familien-WG (Einkaufen, Kochen, Putzen, Babysitting).

A: Eingekauft und gekocht habe ich weniger. Dafür habe ich mit einem Jugendlichen, mit dem ich auch zusammen auf dem Zimmer gelebt habe, für die Fernschule geübt, habe Bibelkurse mit Einzelnen durchgeführt, beim Haus der Jugend mitgearbeitet und regelmäßig einen körperbehinderten jungen Mann besucht.

Was hat dir die Zeit gebracht?

S: Es war eine geniale Vorbereitung für mein jetziges Studium der Sozialen Arbeit. Ich konnte viele Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen sammeln und Einblicke in die Vereinsarbeit gewinnen. Aber auch das offene herzliche Miteinander hat mich sehr beeindruckt. Man half sich aus, wo es eben nötig war (sei es Geld, das Auto, einen Babysitter...) und nahm sich Zeit für den anderen.

A: Das WG-Leben hat geprägt, und ich konnte vom Umgang der anderen Mitarbeiter miteinander und mit den Jugendlichen lernen. Ich habe gemerkt, wie wichtig Freundschaften in der Jugendarbeit sind und wie man diese aufbauen kann. Und nicht zuletzt habe ich meine Frau kennen gelernt…

Wie war es für dich, einige hundert Kilometer von deiner Heimat entfernt zu sein?

A: Zum einen war ich froh, mal von zu Hause rauszukommen und selbstständiger zu werden. Aber es war auch schwierig. Als ich neu war und die Leute kaum kannte, haben mir gerade meine besten Freunde echt gefehlt. Es war aber nie so heftig, dass ich überlegt hätte, abzubrechen. Jetzt habe ich auch hier beste Freunde.

S: Natürlich habe ich meine Family ab und zu vermisst, aber es war dann umso schöner, wenn man sich gesehen hat und eine Menge zu erzählen hatte. Außerdem hatte ich ja auch eine große „Familie“ in Görlitz und habe viele Freundschaften geknüpft.

Welche Tipps hast du für Jugendliche, die überlegen, ein Praktikum zu machen?

A: 1. Bete dafür und lass dir zeigen, ob es dran ist oder nicht! 2. Frage andere, vor allem erfahrene Geschwister, um Rat! 3. Informier dich über den Verein, bei dem du vielleicht mitarbeitest! 4. Mach vorher einen Besuch und guck dir die Sache an! Und 5. Wenn's dran ist, dann tu es! Wag den Sprung!

S: Ich kann es nur jedem empfehlen, von zu Hause rauszukommen, andere Leute kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. Ich würde es in jedem Fall wieder tun!

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Christ-online Magazin, 01/2007, Heftrücken